Wie können wir dir weiterhelfen?
Schick uns eine Nachricht mit deinem Anliegen und wir melden uns schnellstmöglich bei dir.
Jetzt Expertengespräch anfragenUnternehmen haben meist mehr Ideen für datenbasierte Anwendungen, als sie gleichzeitig umsetzen können. Ein Vertriebsforecast, ein Marketingdashboard, eine automatische Qualitätsprüfung und ein KI-Assistent können jeweils sinnvoll sein. Gemeinsam gestartet, überfordern sie jedoch häufig Budget, Datenplattform und Teams.
Priorisierung schafft eine nachvollziehbare Reihenfolge. Sie entscheidet nicht nur, welches Projekt zuerst beginnt, sondern auch, welche Voraussetzungen zuerst geschaffen werden müssen.
Jeder Use Case sollte auf einer Seite beschrieben werden. Dazu gehören das konkrete Problem, die betroffene Zielgruppe, die erwartete Entscheidung, der Nutzen, die benötigten Daten und ein messbares Erfolgskriterium.
Für einen Vertriebsforecast kann die Beschreibung lauten, dass Vertriebsleitungen wöchentlich eine verlässlichere Einschätzung der Abschlüsse benötigen. Benötigt werden CRM-Pipeline, historische Aufträge, Produktgruppen und saisonale Informationen. Ein Erfolgskriterium kann eine geringere Abweichung zwischen Forecast und tatsächlichem Auftragseingang sein.
Der Business Value beschreibt den konkreten geschäftlichen Nutzen eines Use Cases. Dabei wird geprüft, ob er beispielsweise Umsatz steigert, Kosten senkt, Risiken reduziert, die Qualität verbessert oder das Kundenerlebnis stärkt. Bei einem Vertriebsforecast kann der Nutzen etwa darin liegen, Abschlüsse zuverlässiger zu planen und Vertriebsressourcen gezielter einzusetzen. Bei einer automatisierten Qualitätsprüfung kann er in weniger Reklamationen und geringeren Folgekosten liegen.
Der Aufwand umfasst die gesamte Umsetzung und nicht nur die Entwicklung. Dazu gehören die fachliche Konzeption, Datenaufbereitung, Anbindung und Bereinigung der Quellsysteme, Modellierung, Entwicklung, Tests, Einführung und Schulung. Zusätzlich müssen laufender Betrieb, Monitoring, Fehlerbehebung und Pflege berücksichtigt werden. Ein Dashboard kann deshalb zunächst einfach wirken, aber erheblichen Aufwand verursachen, wenn Daten aus mehreren Systemen zusammengeführt und regelmäßig aktualisiert werden müssen.
Die Machbarkeit zeigt, ob ein Use Case unter den vorhandenen Bedingungen realistisch umgesetzt werden kann. Dafür wird geprüft, ob die benötigten Daten verfügbar, ausreichend vollständig und von akzeptabler Qualität sind. Außerdem müssen technische Voraussetzungen wie Schnittstellen, Datenplattform, Sicherheitskonzept und Skalierbarkeit gegeben sein. Auch die verfügbaren Kompetenzen und die Bereitschaft der betroffenen Fachbereiche spielen eine Rolle. Fehlen zentrale Voraussetzungen, sollte zunächst ein Grundlagenprojekt oder ein begrenzter Pilot eingeplant werden.
Zusätzlich werden strategische Passung, Zeit bis zum ersten Nutzen, Risiken und Abhängigkeiten bewertet. Ein Use Case kann einen hohen Nutzen haben, aber wegen fehlender Daten zunächst nicht umsetzbar sein. Dann wird möglicherweise zuerst ein Datenqualitätsprojekt priorisiert.
Eine einfache Matrix hilft bei der ersten Einordnung. Hoher Nutzen bei geringem Aufwand spricht für einen Quick Win. Hoher Nutzen bei hohem Aufwand kann ein strategisches Vorhaben sein. Geringer Nutzen bei geringem Aufwand kann später umgesetzt werden. Geringer Nutzen bei hohem Aufwand sollte meist zurückgestellt werden.

Die Matrix ist kein automatischer Entscheidungsmechanismus. Sie macht Annahmen sichtbar und schafft eine gemeinsame Gesprächsgrundlage. Die Bewertung sollte durch Fachbereich, Data Team und technische Verantwortliche erfolgen.
Für größere Portfolios kann jedes Kriterium mit Punkten bewertet werden. Business Value, strategische Passung und Time-to-Value können beispielsweise stärker gewichtet werden als ein kleiner Effizienzgewinn. Der Aufwand kann als Gegenkriterium einfließen.
Wichtig ist, die Bewertung zu dokumentieren. Wenn ein Use Case später nach oben rückt, sollte nachvollziehbar sein, ob sich der Nutzen, die Datenlage oder die technischen Voraussetzungen verändert haben.
Fachbereiche bewerten Prozessnutzen und Dringlichkeit. Data Teams prüfen Datenlage und Umsetzbarkeit. IT bewertet Architektur, Sicherheit und Betrieb. Bei unsicheren Annahmen kann ein begrenzter Prototyp helfen.
Für einen Forecast kann zunächst ein kleiner Datensatz aus einer Region verwendet werden. Nach zwei oder drei Auswertungszyklen lässt sich besser einschätzen, ob die Daten ausreichen und ob der erwartete Nutzen realistisch ist. Die Erkenntnisse fließen anschließend in die Priorisierung ein.
Priorisierte Use Cases werden in eine Roadmap überführt. Dabei werden Abhängigkeiten sichtbar. Ein Self-Service-Dashboard kann beispielsweise erst sinnvoll starten, wenn KPI Definitionen und ein geprüftes Datenmodell vorhanden sind.
Ein ausgewogenes Portfolio verbindet schnelle Ergebnisse mit Grundlagenprojekten. Nach der Umsetzung werden Nutzung, Nutzen und Aufwand überprüft. Wenn ein Use Case kaum verwendet wird oder der erwartete Effekt ausbleibt, sollte die Priorität angepasst werden.
Eine gute Use Case Priorisierung verbindet Geschäftsnutzen, Machbarkeit und Aufwand. Sie schafft Fokus, verhindert parallele Einzelinitiativen und sorgt dafür, dass begrenzte Ressourcen dort eingesetzt werden, wo sie den größten nachhaltigen Beitrag leisten. Konkret wird sie durch einheitliche Beschreibungen, dokumentierte Bewertungen und kleine Tests vor größeren Investitionen.
Du benötigst Unterstützung bei deinem Vorhaben?
Zum Service