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Traumziel Migration in die Cloud

Veröffentlicht:
18.01.2023
Zuletzt bearbeitet:
16.04.2026
Luc Brokelmann arbeitet bei taod als Managing Consultant und ist Experte für Cloud Solutions.
Published on
11 Jan 2022
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Mit 9 Schritten erfolgreich in die Cloud migrieren

Immer mehr Unternehmen setzen heute auf Cloud-Plattformen, um Daten flexibler, skalierbarer und kosteneffizienter zu nutzen. Gleichzeitig zögern viele Verantwortliche noch mit dem Schritt in die Cloud – oft aus nachvollziehbaren Gründen. Unsicherheit bei Kosten, Sicherheit, Integration in bestehende Systeme oder schlichtweg fehlende Kapazitäten im Tagesgeschäft.

Die vergangenen Jahre haben aber deutlich gemacht: Digitale Transformation ist kein „Nice-to-have“, sondern Grundvoraussetzung, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Wer seine Datenlandschaft nicht modernisiert, riskiert, dass wertvolle Datenpotenziale im Dornröschenschlaf verharren und der Weg zu datengetriebenen Entscheidungen immer steiniger wird.

Vermutlich beschäftigen dich ähnliche Fragen, sonst würdest du diesen Artikel nicht lesen. Weil wir uns mit Data Warehouses in der Cloud und modernen Datenplattformen tagtäglich beschäftigen, möchten wir deine Bedenken adressieren und dir einen klaren, pragmatischen Weg aufzeigen. Los geht’s.

Was ist ein Cloud Data Warehouse?

Ein Cloud Data Warehouse ermöglicht es Unternehmen, ihre Daten zentral zu speichern, aufzubereiten und zu analysieren, um wertvolle Insights zu gewinnen. Auf dieser Basis können datengetriebene Entscheidungen getroffen werden. Die Migration von einem traditionellen, lokal gehosteten Data Warehouse zu einer cloudbasierten Lösung treibt die digitale Transformation von Unternehmen enorm an

Gründe für die Migration zu einem Cloud Data Warehouse

Im Gegensatz zu traditionellen, lokal betriebenen Data Warehouses lassen sich Cloud Data Warehouses (z. B. auf Azure, AWS oder Google Cloud) flexibel an wachsende Anforderungen anpassen. Kapazitäten können dynamisch hoch- und heruntergefahren werden – genau dann, wenn sie gebraucht werden.

Zentrale Vorteile einer Cloud-basierten Datenplattform

  • Skalierbarkeit: Reagiere schnell auf steigende Datenmengen und neue Use Cases, ohne erst Hardware zu beschaffen.
  • Flexibilität: Integriere Daten aus Transaktionssystemen, CRM, ERP, Web-Tracking, IoT und weiteren Quellen zentral an einem Ort.
  • Schnellere Integration & Analyse: Moderne Cloud-Plattformen bringen viele Services „out of the box“ mit, um Daten schneller zu bewegen, zu transformieren und auszuwerten.
  • Kostenmodell nach Nutzung: Anstatt in teure On-Premise-Infrastruktur zu investieren, zahlst du nur für tatsächlich genutzte Ressourcen. Richtig aufgesetzt, senkt das die IT-Gesamtkosten und macht Budgets planbarer.
  • Grundlage für KI & Advanced Analytics: Viele KI- und Machine-Learning-Services der Hyperscaler setzen eine saubere, skalierbare Datenbasis in der Cloud voraus. Eine gelungene Migration ist damit der Türöffner für Use Cases rund um Prognosen, Personalisierung oder automatisierte Entscheidungen.

Drei Migrations-Mythen und die Wahrheit

Mythos Nr. 1: Ein Data Lake reicht aus.
Die Wahrheit: Wenn du tief in die Analyse deiner Daten einsteigen willst, Data-Science-Initiativen oder Intelligent Automation planst, benötigst du strukturierte und transformierte Daten. Die Leistung eines Data Lakes reicht hierfür leider nicht aus.

Mythos Nr. 2: Migrieren in die Cloud ist schwierig.
Die Wahrheit: Digitalisierung bedeutet Veränderung, Veränderung ist mit Aufwand verbunden. Verfolgst du eine kompetente Migrationsstrategie, ist eine Cloud-Migration die einfachste Sache in der Datenwelt.

Mythos Nr. 3: Die Cloud ist unsicher
Die Wahrheit: Cloud Services sind in der Regel sogar sicherer als On-Premise-Strukturen. Werden beim Cloud-Setup alle wichtigen Security-Parameter eingerichtet und regelmäßig gewartet und setzt du zudem auf einen etablierten Cloud-Anbieter, ist die Cloud für deine Daten einer der sichersten Orte der Welt.

Cloud Data Warehouse, Data Lake und Lakehouse: Was passt zu dir?

Neben klassischen Cloud Data Warehouses haben sich in den letzten Jahren Data Lake- und Lakehouse-Architekturen etabliert:

  • Cloud Data Warehouse: Ideal für strukturierte, analytische Daten (Reporting, BI, Self-Service-Analysen).
  • Data Lake: Rohdaten-Speicher für strukturierte und unstrukturierte Daten, oft kostengünstig, sehr flexibel, aber ohne Governance schnell unübersichtlich.
  • Data Lakehouse: Verbindet die Stärken von Data Lake und Data Warehouse – z. B. mit Plattformen wie Databricks oder Warehouse-Lösungen, die offene Formate wie Apache Iceberg unterstützen.
    Du kannst hier sowohl klassische BI-Use-Cases als auch Data-Science- und KI-Szenarien auf einer gemeinsamen Plattform realisieren.

Welche Architektur für dich die richtige ist, hängt von deinen Zielen ab: Braucht ihr vor allem stabiles Reporting? Plant ihr viele KI- und Data-Science-Use-Cases? Wie heterogen sind eure Datenquellen? Diese Fragen gehören in eine saubere Zielbild-Definition vor der eigentlichen Migration.

Migrationsstrategie und typische Herausforderungen

Mit einer klaren Migrationsstrategie kann der Übergang von einer bestehenden Dateninfrastruktur zu einer Cloud-Plattform deutlich reibungsloser und risikoärmer verlaufen. Die Planungsphase ist dabei genauso wichtig wie die technische Umsetzung.

Typische Herausforderungen:

1. Kosten & FinOps

Die Kosten für ein Cloud Data Warehouse oder eine Lakehouse-Plattform hängen stark von Anbieter, Architektur und Nutzung ab. Neben den Migrationsaufwänden spielen vor allem laufende Kosten für Compute, Storage und Datenbewegung eine Rolle.

Wichtig ist hier ein FinOps-Ansatz:

  • Kosten transparent machen (Tagging, Kostenberichte)
  • klare Budgets und Richtlinien etablieren
  • regelmäßige Optimierung von Speicherklassen, Clustern und Workloads

2. Sicherheit & Governance

Die Sicherheit von Daten in der Cloud ist für die meisten Unternehmen ein zentrales Thema – zu Recht. Gute Cloud-Setups beinhalten darum von Anfang an:

  • Rollen- und Rechtemodelle (RBAC)
  • Verschlüsselung im Ruhezustand und in der Übertragung
  • Logging, Monitoring und Alerting
  • klare Governance-Regeln für Datenzugänge und Datenqualität

3. Integration in bestehende Systeme

Ein Cloud Data Warehouse oder Lakehouse muss häufig in eine gewachsene Systemlandschaft integriert werden. Herausforderungen entstehen etwa, wenn:

  • alte Schnittstellen nicht standardisiert sind
  • Legacy-Systeme nur eingeschränkt angebunden werden können
  • Prozesse stark an On-Premise-Technologie gekoppelt sind

Das erfordert saubere Schnittstellendesigns, ggf. eine schrittweise Modernisierung und oft auch Prozessanpassungen.

4. Datenmigration

Die Migration großer Datenmengen ist mehr als ein „Copy & Paste“ in die Cloud. Sie umfasst:

  • Auswahl geeigneter Migrationspfade (Lift & Shift, Re-Platforming, teilweise Re-Design)
  • Bereinigung und Harmonisierung von Daten
  • Umgang mit Historisierung, Archivdaten und regulatorischen Anforderungen

Hier lohnt es sich, früh Pilot-Bereiche zu identifizieren und die Migrationsmethodik zu testen, bevor alles „auf einmal“ umzieht.

ELT-Prozesse erhöhen Flexibilität und Skalierbarkeit

Cloud Data Warehouses und Lakehouse-Plattformen eignen sich besonders gut für ELT-Prozesse (Extract – Load – Transform):

  • Daten werden zunächst möglichst roh und vollständig in die Cloud geladen.
  • Die eigentliche Transformation findet anschließend im Zielsystem statt – z. B. via SQL, dbt oder Spark-Jobs.

Vorteile von ELT gegenüber klassischem ETL:

  • Höhere Flexibilität, weil neue Anforderungen direkt im Zielsystem umgesetzt werden können
  • Bessere Skalierbarkeit, da Rechenleistung dynamisch bereitgestellt wird
  • Vereinfachte Wartung, weil weniger komplexe Vorverarbeitungsstrecken außerhalb des Zielsystems benötigt werden

In Kombination mit modernen Orchestrierungswerkzeugen (z. B. Airflow, Dagster oder Cloud-native Scheduler) entsteht so eine belastbare, modulare Datenpipeline-Landschaft.

Was ist ELT?

ELT steht für "Extract, Load, Transform" und ist eine Alternative zum traditionellen ETL-Ansatz (Extract, Transform, Load). Der Unterschied zwischen ELT und ETL besteht darin, dass bei ELT der Fokus auf der Verarbeitung der Daten im Ziel-Warehouse liegt, während bei ETL die Verarbeitung der Daten in einer separaten Umgebung stattfindet, bevor sie in das Ziel-Warehouse geladen werden.

Stufenplan einer Cloud-Migration: 9 Schritte

Aus unseren Projekten wissen wir, dass jede Migration sehr individuell ist. Aber die grundlegenden Schritte ähneln sich. Wichtig ist, sie nicht als starren Wasserfall-Prozess zu verstehen, sondern eher als Serie von Sprints, in denen du schrittweise Use Cases und Datenbereiche in die Cloud bringst.

Ein typischer Stufenplan für die Migration einer On-Premise-Datenbank bzw. eines Data Warehouses zu einer Cloud-Datenplattform könnte so aussehen:

1. Zielbild & Cloud-Auswahl

  • Definition der fachlichen Ziele (z. B. Reporting zentralisieren, KI-Use-Cases ermöglichen, Legacy-Systeme ablösen)
  • Auswahl des Cloud-Anbieters und der Datenplattform (Cloud Data Warehouse, Lakehouse, Hybridansatz)
  • Berücksichtigung von Multi-Cloud- oder Hybrid-Szenarien, wenn regulatorische oder organisatorische Anforderungen das nahelegen

2. On-Premise Check-up

  • Bestandsaufnahme der aktuellen Datenlandschaft: Systeme, Datenmodelle, Schnittstellen, Datenqualitätsprobleme
  • Entscheidung, welche Daten migriert werden sollen – und welche möglicherweise archiviert oder bereinigt werden
  • Datenvorbereitung: Dubletten entfernen, fehlende Werte behandeln, Daten normalisieren oder harmonisieren

3. Data & Migration Planning

  • Ableitung des Zielmodells im Cloud Data Warehouse oder Lakehouse
  • Definition der Migrationsstrategie: Big Bang vs. schrittweise Migration nach Fachbereichen, Domänen oder Use Cases
  • Planung von Ressourcen, Zeitrahmen und Verantwortlichkeiten
  • Festlegung, wie sich deine künftige Datenplattform weiterentwickeln soll (Roadmap)

4. Network & Infrastruktur Check-up

  • Überprüfung der Netzwerkverbindungen, Bandbreiten und Sicherheitseinstellungen zwischen On-Premise-Systemen und Cloud
  • Einrichtung notwendiger Netzwerkpfade, VPNs, Private Links o. Ä.
  • Sicherstellen, dass die Latenz- und Durchsatzanforderungen für die Migration erfüllt werden

5. Migration Testing (Pilot)

  • Auswahl eines Pilotbereichs (z. B. ein Fachbereich oder ein klar abgegrenzter Use Case)
  • Durchführung einer Testmigration, um:
    • Migrationspfade und Tools zu validieren
    • Performance und Datenqualität zu überprüfen
    • das Zusammenspiel mit bestehenden Systemen zu testen
  • Ableitung von Verbesserungen für die weiteren Migrationswellen

6. Data Migration (inklusiv Sprints)

  • Durchführung der eigentlichen Migration, oft in mehreren Sprints:
    • Überführen der Daten in die Cloud (Streaming, Batch, einmalige und wiederkehrende Loads)
    • Aufbau der ELT-Pipelines
    • Anpassung der Downstream-Anwendungen (Reports, Dashboards, Schnittstellen)
  • Einsatz spezialisierter Migrations-Services (z. B. AWS Database Migration Service, Azure Database Migration Service oder vergleichbare Tools), wo sinnvoll

7. Migration Check-up & Stabilisierung

  • Validierung der migrierten Daten auf Vollständigkeit und Integrität
  • Durchführung fachlicher Abnahmetests mit den Stakeholdern
  • Überwachung der ersten Wochen im „Echtbetrieb“, um frühzeitig Optimierungen vorzunehmen

8. Security, Governance & Monitoring Setup

  • Feinjustierung von Rollen- und Rechtemodellen, Datenklassifizierung und Zugriffsregeln
  • Etablierung von Monitoring, Logging und Alerting für Datenpipelines und Plattformbetrieb
  • Aufbau eines Data-Governance-Rahmens (z. B. Data Ownership, Data Stewardship, Qualitätsregeln)

9. Enablement & Change Management

  • Übergabe der Verantwortung an das operative Team bzw. das Data Platform Team
  • Schulung von Fachabteilungen, Analyst:innen, Data Scientists und IT
  • Aufbau von Self-Service-Strukturen (z. B. Data Catalogs, dokumentierte Datasets, Standards für neue Use Cases)
  • Kontinuierliche Weiterentwicklung der Plattform entlang der Unternehmensstrategie

Mach deine Cloud-Data-Plattform-Träume wahr

Der Umstieg auf eine Cloud-basierte Datenplattform – ob Cloud Data Warehouse, Lakehouse oder eine Kombination – vereinfacht deine IT-Infrastruktur, reduziert langfristig Kosten und erhöht die Flexibilität deiner Datenverarbeitung. Vor allem aber legst du damit den Grundstein für moderne BI, Advanced Analytics und KI-Initiativen.

Mit einer gut durchdachten Migrationsstrategie minimierst du technische und organisatorische Risiken, stellst Datensicherheit und Compliance sicher, und sorgst dafür, dass die Plattform sich mit euren Anforderungen weiterentwickeln kann.

Wenn du aktuell deine Datenstrategie überdenkst, ist der Schritt in die Cloud ein logischer und oft notwendiger Baustein. Der beste Zeitpunkt, damit zu starten, ist selten „später“, sondern ein erster, gut gewählter Pilot heute.

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